Pressespiegel
Aus Wuppertal brennt - Wiki
[Bearbeiten] Mittwoch, 16.12.2009
[Bearbeiten] Radio Wuppertal: Hörsaal 21 noch immer besetzt
Die protestierenden Studenten an der Wuppertaler Uni halten den Hörsaal 21 weiter besetzt. Sie sind unzufrieden mit der Reaktion in Bund und Land auf die deutschlandweiten Studentenproteste. Allerdings loben die Wuppertaler Protestler die Leitung ihrer Universität. Deren Dialogbereitschaft und die Bereitschaft, an der Uni direkt etwas zu verbessen, sei groß. Grundsätzlich werde aber an der Bildung weiter gespart - die Studenten kritisieren zum Beispiel den Vorschlag der Politik, die Pensionen für Professoren und Lehrer auch als Bildungsausgaben zu definieren.
[Bearbeiten] Dienstag, 15.12.2009
[Bearbeiten] WDR: Streik der Wuppertaler Studenten geht weiter
In Wuppertal wollen Studenten weiterhin den Hörsaal 21 besetzt halten (15.12.09). Zwar sei die Bereitschaft der Universitätsleitung zum Dialog lobenswert, so die Studenten. Es gehe ihnen jedoch um die Frage, welchen Stellenwert Bildung grundsätzlich in der Gesellschaft habe. Sollten Pensionen für Professoren und Lehrer künftig als Bildungsausgaben definiert werden, bedeute dies in Wirklichkeit eine Kürzung der Ausgaben für Bildung.
[Bearbeiten] Donnerstag, 10.12.2009
[Bearbeiten] WDR: Bildungs-"Leichenzug"
Studenten der Bergischen Universität fahren zur Stunde (11:30 Uhr, 10.12.09) zur Kultusministerkonferenz nach Bonn, um dort zu demonstrieren. Ihre Protestaktion gestalten sie als symbolischen Trauerzug. Im Gepäck haben die Protestler einen Sarg mit einer sogenannten Bildungsleiche. Diese sei symbolisch zu verstehen und solle auf die Missstände im Studiensystem hinweisen, so die Organisatoren. Auf der Konferenz in Bonn übergeben die Wuppertaler Studenten den Sarg dann an die Kultusminister. Diese wollen ein neues bundesweites Konzept für die Bachelor- und Masterstudiengänge beschließen. An dem Trauermarsch nach Bonn nehmen nach Angaben der Organisatoren bis zu 200 schwarz gekleidete Studenten aus Wuppertal teil. Bundesweit werden cirka 5.000 Teilnehmer erwartet. (Reporterin: Beate Termühlen)
[Bearbeiten] Westdeutsche Zeitung: Studenten tragen Bildung zu Grabe
Mit einem Sarg und Trauerkleidung sind die Studenten zum Bahnhof gezogen.
Wuppertal. "Die Bildung ist tot" steht auf der Todesanzeige, der Sarg ist tiefschwarz, viele tragen Grabkerzen in den Händen - Studenten der Bergischen Uni haben heute symbolisch die Bildung zu Grabe getragen. Zu Fuß ging es vom Campus zum Hauptbahnhof. Von dort aus fuhr der Trauerzug zur Kultusminsiterkonferenz nach Bonn. Das Bündnis "Kultusminister nachsitzen" hatte bundesweit Schüler, Studenten, Azubis und Lehrende zu einer friedlichen Blockade aufgerufen.
Die seit Wochen für bessere Studienbedingungen und eine Reform des Bologna-Prozesses demonstrierenden Studenten zeigten sich zwar letztlich beeindruckt vom Einlenken der Kultusminister, die wesentliche Forderungen der Studenten in einem Eckpunktepapier aufgegriffen haben. Die Proteste sollen jedoch weitergehen, „bis den Worten Taten folgen“, so ein Sprecher gegenüber der WZ. Red
Galerie: http://www.wz-newsline.de/?redid=207213&gal=6695
Welt.de: Kultusminister kommen Studenten entgegen
(Bild aus Wuppertal, Klick zum Angucken)
[Bearbeiten] Dienstag, 08.12.2009
[Bearbeiten] Radio Wuppertal: "Leiche" hängt an der Uni, aber kein Aufsehen
Unimitarbeiter und Studenten haben erstaunlich entspannt auf eine täuschend echt aussehende Darstellung einer Leiche an der Uni-Fassade reagiert. Aus Protest gegen schlechte Studienbedingungen und Studiengebühren hatten die Studenten eine Bildungsleiche am Hauptportal der Uni aufgehängt. Dazu hatte sich ein Student abgeseilt und über der Durchfahrt der Gaußstraße mit einer Tüte über dem Gesicht und geknicktem Kopf wie im Todeskampf gezuckt. Weder bei der Polizei noch bei der Hochschulverwaltung hatte es dazu Meldungen gegeben. Heute wollen die Studenten ihre Bildungsleiche in der Mensa aufbahren. Am Donnerstag soll es für sie eine Trauerversammlung geben.
[Bearbeiten] Montag, 07.12.2009
[Bearbeiten] So viel Lärm - und noch immer nicht müde
Auch nach den ersten gewaltsamen Polizeieinsätzen halten die Studentenproteste an. Ein neuer Höhepunkt wird für Donnerstag erwartet.
Die Studenten werden nicht müde: Die seit Wochen anhaltenden Proteste gegen das Bachelor-Master-System und gegen Studiengebühren flauen nicht ab. Auch nach der gewaltsamen Räumung des Frankfurter Uni-Casinos am vergangenen Mittwoch blieben die Demonstrationen und Besetzungen in anderen Teilen Deutschlands friedlich. Viele Studenten erwarten den Höhepunkt der Aktionen nun am 10. Dezember - dann befasst sich die Konferenz der Kultusminister in Bonn mit der Situation der Hochschulen. Die Polizei rechnet dort mit mehreren tausend Demonstrationsteilnehmern. Berliner Studenten wollen die Kultusminister in Bonn mit einer Blockade "zum Nachsitzen zwingen". Mit einer langsamen Auflösung der Proteste wird erst für die Weihnachtsferien gerechnet.
In Hessen werden die Besetzungsaktionen noch immer kontrovers diskutiert. Bei einer Studenten-Demonstration gegen die polizeiliche Räumung des Casinos an der Frankfurter Goethe-Universität wurden vergangene Woche drei Beamte verletzt. Etwa 500 Demonstranten waren rund drei Stunden quer durch die Stadt gelaufen und am Betreten des Campus gehindert worden. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Pfefferspray und Schlagstöcke ein, als Studenten versuchten, eine Polizeikette zu durchbrechen.
Die Universität hatte das Casino räumen lassen, nachdem nach ihren Angaben Sachschäden von rund 200.000 Euro angerichtet worden waren. Hinzu kämen rund 60.000 Euro Umsatzausfall der Mensa, die zum Teil blockiert war. Studenten verschiedener Fachbereiche distanzierten sich in einer E-Mail von den Vandalismus-Schäden.
Auch im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen halten die Proteste an. In Köln hielten Studenten am Freitag zunächst zwei Hörsäle besetzt, darunter die größte Aula, räumten sie am Nachmittag jedoch freiwillig. Dialoge zwischen Universitäts-Leitung und Studenten bahnten sich in Bonn und Dortmund an. An der Ruhr-Uni Bochum ist der Audimax seit Montag besetzt.
Staubsauger und Putzzeug In Wuppertal halten Studenten seit mehr als zwei Wochen den Hörsaal 21 besetzt. Eine Gruppe von etwa 15 Studenten hat sich dort mit Kaffeemaschine, Herdplatte, Staubsauger und Putzzeug eingerichtet. Die Hochschulleitung will nicht einschreiten, da die Studenten für die Vorlesungen andere Räume organisiert haben. In Bielefeld ist das Audimax besetzt, in Paderborn kampieren seit drei Wochen 15 bis 20 Studenten auf der Empore des Audimax-Foyers.
Hartnäckig zeigen sich auch die streikenden Studenten an den Hochschulen in Nürnberg, Erlangen und Bamberg. Sie wollen die Proteste fortsetzen. In München soll der größte Hörsaal der Ludwig-Maximilians-Universität lediglich für wöchentlich sieben Vorlesungen geräumt werden, die in anderen Räumlichkeiten nicht abgehalten werden können.
Sprung in den Brunnen In Baden-Württemberg gehen die Studentenproteste ebenfalls weiter. In Freiburg halten nach wie vor rund 100 Studenten das Foyer und zwei weitere Räume besetzt. Es verlaufe aber alles friedlich und ohne Sachbeschädigungen, sagte eine Sprecherin der Hochschule. In Reutlingen waren am Donnerstag Studenten der Pädagogischen Hochschule in den Brunnen am Marktplatz gesprungen - symbolisch für die Bildung, die den Studenten zufolge ebenfalls baden geht. Unvermindert halten die Hochschulproteste in Niedersachsen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen an. In Lüneburg, Göttingen, Hannover und Oldenburg blieben Hörsäle besetzt. In Rostock in Mecklenburg-Vorpommern planen Studenten am 10. Dezember eine Großdemonstration.
[Bearbeiten] Freitag, 04.12.2009
[Bearbeiten] Westdeutsche Zeitung: Uni-Leitung will Studienbedingungen verbessern
Die Spitze der Bergischen Uni geht mit einem Fünf-Punkte-Papier auf die streikenden Studenten zu. Die zeigen sich positiv überrascht, setzen ihren Ausstand aber fort.
Wuppertal. Während in Düsseldorf besetzte Uni-Hörsäle von der Polizei geräumt werden, trifft sich in Wuppertal die Uni-Spitze mit der Kernmannschaft der streikenden Studenten, die seit Wochen den Hörsaal 21 der Bergischen Universität besetzt halten.
Am Mittwochabend stellten Rektor Lambert T. Koch und Prorektor Andreas Frommer Studenten ein Fünf-Punkte-Memorandum vor, in dem unter anderem die „Notwendigkeit zur weiteren Verbesserung der Studiengänge“ eingeräumt wird. Bundesweit protestieren zurzeit Studenten gegen die Studienbedingungen an den Hochschulen und besetzen Hörsäle (die WZ berichtete). Der Vorstoß der Wuppertaler Uni-Leitung ist bei den Streikenden offenbar weitgehend gut angekommen. „Wir haben uns sehr gefreut, dass der Rektor den Dialog sucht“, sagte Student Martin Bolten auf WZ-Nachfrage. „Wir sind nicht unzufrieden, es müssen aber noch weitere Gespräche folgen.“ Ziel der streikenden Studenten ist eine Vollversammlung, in der der Forderungskatalog mit der Uni-Leitung diskutiert werden soll.
Deutlich kritischer äußert sich der Vorsitzende des Studierendenparlaments, Sebastian Möller, in einer Erklärung. Ihn stört vor allem, dass die Studenten grundsätzlich bei wichtigen Entscheidungen an der Hochschule nicht angemessen beteiligt würden. Der Auftritt Kochs bei den Streikenden sei schlecht kommuniziert gewesen und könne höchstens ein Anfang sein.
Aber es wird mit den Streikenden kommuniziert, das ist keineswegs selbstverständlich an den Hochschulen. In Wuppertal laufe der Protest in einer „eher freundlichen Stimmung“ ab, wie Bolten beobachtet.
Uni will überarbeitete Studiengänge nicht mehr überfrachten
Inhaltlich verweist das Fünf-Punkte Memorandum der Hochschulleitung auf die zum Teil bereits laufende Überarbeitung von Studiengängen. Dabei werde darauf geachtet, „stoffliche Überfrachtung zu vermeiden, die Prüfungsfrequenz zu reduzieren, auf Anwesenheitspflichten, wo didaktisch nicht erforderlich, zu verzichten, nationale und internationale Mobilität zu unterstützen sowie das Wahlpflichtangebot zu bereichern“.
Als Beiträge zur Verbesserung der Studienbedingungen sieht das Rektorat darüber hinaus das in diesem Jahr eingerichtete Netzwerk „Qualität in Studium und Lehre“ sowie die Schaffung eines neuen Hörsaalzentrums.
Die Bachelor- und Masterstudienordnung, die als Kern des sogenannten Bologna-Prozesses ein Hauptkritikpunkt der Studenten, ist, wurde an der Wuppertaler Hochschule deutlich früher quer durch alle Fachbereiche durchgesetzt als an anderen Universitäten. Das bedeutet aber auch, dass die früh umgestellten Fächer nun neu akkreditiert werden müssen, was eine inhaltliche Überarbeitung erst möglich macht.
Anfang der Woche hatte der Philosophische Fakultätentag in einer Wuppertaler Erklärung „Bedenken gegen Bologna“ angemeldet. Unangemessene Verschulung und thematische Einengungen drohten den wissenschaftlichen Nachwuchs zu strangulieren, heißt es. Zudem haben 14 Rektoren von NRW-Hochschulen in einem Memorandum angekündigt, Fehlentwicklungen beim Bologna-Prozess zu analysieren und abzustellen.
[Bearbeiten] Mittwoch, 02.12.2009
[Bearbeiten] Westdeutsche Zeitung: Uni-Sprecher: Aussagen der Streikenden sind nicht korrekt
Wuppertal. Die Bergische Universität Wuppertal wehrt sich gegen den Eindruck, dass eine größere Zahl Studenten an dem Bildungsstreik beteiligt ist und reagiert damit auf die Berichterstattung in der WZ. „Von einem Bildungsstreik der Wuppertaler Studierenden kann ernsthaft überhaupt keine Rede sein.
Von 13.600 Studierenden sind zwischen 20 und maximal 100 beteiligt“, sagt Michael Kroemer, Sprecher der Uni. Kroemer behauptet zudem, es grenze an Nachrichtenmanipulation, zu suggerieren, die Bergische Uni liege auch nur in Randbereichen still. „Das ist völliger Blödsinn“, meint der Sprecher. Hart geht er mit den Aussagen der Streikenden ins Gericht.
Es „beginne, absurd zu werden“, wenn von einer Entdemokratisierung der Unis die Rede sei. Kroemer bezieht sich auf die Wahlen zu den Gremien der Universität, wie etwa dem Senat, an denen seiner Auskunft nach eine sehr geringe Beteiligung der Studenten von im Regelfall unter zehn Prozent herrsche.
„Die Behauptung schließlich, die Geistes- und Sozialwissenschaften seien im höchsten Gremium der Uni, dem Hochschulrat, nicht vertreten, ist geradezu abenteuerlich. Tatsache ist, dass von den sechs Mitgliedern des Hochschulrates vier Geistes- und Sozialwissenschaftler sind“, behauptet Kroemer.
„Dass wir die Hörsaal-Besetzung, wie behauptet wird, verschweigen, ist ebenfalls Blödsinn“, sagt Kroemer an die Adresse der Streikenden gerichtet.
Heute hat unterdessen die Plenarversammlung des Philosophischen Fakultätentages, die erstmals seit 60 Jahren in Wuppertal stattfand, eine sogenannte Wuppertaler Erklärung veröffentlicht, die Schwächen in der Umsetzung des Bachellor/Master-Studienmodells aufzeigen soll. Die Geistewissenschaften sähen mit Sorge, wie das Herzstück des universitären Systems, die Promotion, immer mehr in den Sog des Bacher-Master-Studienganges gerate. rom
Die Wuppertaler Erklärung im Wortlaut kann hier auf den Seiten der Uni heruntergeladen werden.
[Bearbeiten] Westdeutsche Zeitung: Einigkeit an der Uni: Der Streik ist berechtigt
Seit zwei Wochen besetzen Studenten den Hörsaal 21 der Bergischen Universität – die Unterstützung der Kommilitonen haben sie.
Wuppertal. Kira ist 21 Jahre alt und studiert Germanistik und Biologie an der Bergischen Universität. Wie unterschiedlich die Bedingungen eines Studiums in Wuppertal sein können, erfährt sie täglich: „Wenn ich Biologie habe, sehe ich, wohin unsere Studiengebühren fließen.“ Denkt sie an ihr Germanistikstudium, plagen sie dagegen große Sorgen. Alte Hörsäle in Germanistik, moderne Labore in Biologie, überfüllte Seminare in Germanistik, kleine Lerngruppen in Biologie – die Bedingungen in den beiden Fächern könnten kaum unterschiedlicher sein.
Deshalb unterstützt Kira auch den Bildungsstreik und die Besetzung des Hörsaals 21. Zum selber streiken hat sie allerdings keine Zeit, zu sehr nimmt sie ihr Studium in Anspruch. „Aber ich habe den Besetzern etwas zu Essen vorbei gebracht, um meine Solidarität auszudrücken“, beschreibt die 21-Jährige ihren Beitrag zum Streik.
Auch aus anderen Fachbereichen der Universität bekommt die hauptsächlich aus Geisteswissenschaftlern bestehende Besetzergruppe Unterstützung: „Auch wenn ich im Maschinenbau von den Thema der Streikenden nicht betroffen bin, finde ich es gut, dass die Germanisten sich Gehör verschaffen“, sagt Philipp. Der 23-Jährige profitiert von den guten Studienbedingungen durch die sehr kleine Studierendenzahlen im Maschinenbau.
Über die Solidaritätsbekundungen der Kommilitonen freuen sich die Besetzer im Hörsaal 21 natürlich. Trotzdem bleiben sie eine verschwindend geringe Minderheit, die wirklich aktiv ist. „Deshalb haben wir uns für eine kooperative Besetzung entschieden“, sagt Philipp von den Besetzern.
„Im Maschinenbau bekommen wir von diesen Problemen nichts mit" Philipp, 23 Jahre
Kooperative Besetzung bedeutet, dass die Besetzer eigenständig dafür sorgen, dass die im Hörsaal 21 geplanten Veranstaltungen woanders stattfinden können. „Wir protestieren für mehr und bessere Bildung, da können wir ja keine Bildungsveranstaltungen verhindern“, begründet der 24-jährige Malte den Kompromiss.
Eine Lösung, die nicht alle Kommilitonen nachvollziehen können: „Entweder ganz oder gar nicht. So erreicht man gar nichts“, findet Maschinenbaustudent Tobias.
Vereinzelte Kritik gibt es auch von anderen Studenten. Johannes studiert Druck- und Medientechnik, er kann die Aufregung nicht nachvollziehen: „Ich habe das Gefühl, da wird um des Protestierens Willen protestiert“, sagt der 25-Jährige. Sein Kommilitone Philipp stimmt ihm zu: „Das ganze hat eher Eventcharakter.“
Von dieser Kritik lassen sich die Streikenden nicht beirren. Sie wollen weiter machen, bis ihr Protest Erfolg hat – oder die Uni schließt. Informatikstudent und Besetzer Malte: „An Heiligabend gehen hier die Lichter aus. Dann gehen wir freiwillig.“
[Bearbeiten] Sonntag, 22.11.2009
[Bearbeiten] Revolutionär Sozialistisches Forum: Besetzung oder Kaffeeklatsch?
Nach der wenig ruhmreichen Veranstaltung am Montag folgte am Mittwoch die nächste glorreiche Idee auf dem Fuße. Eine Versammlung auf der AStA-Ebene beschloss, den (vergleichsweise kleinen) Hörsaal 21 zu besetzen, wobei einige der Beteiligten eine recht eigenwillige Vorstellung davon hatten, wie eine „Besetzung“ aussieht. Es wurde vorgeschlagen, den Hörsaal zu „besetzen“, allerdings ohne dass dies irgendwelche Auswirkungen hat, es sollten sogar die regulären Vorlesungen weiterhin planmäßig stattfinden. Eine tatsächliche Besetzung wurde davon als „Blockade“ abgegrenzt, was auf breite Zustimmung der Beteiligten traf.
So wurde es dann auch tatsächlich umgesetzt. Auf Plakaten die auf die „Besetzung“ hinweisen, erscheint dieses Wort zutreffend in Anführungszeichen und einige der „Besetzer“ sprechen sogar von einer „kooperativen Besetzung“. Was sich dahinter verbirgt, schlägt letztendlich dem Faß den Boden aus. In Absprache mit den Dozenten die regulär ihre Vorlesungen in Hörsaal 21 abhalten, wurde für die Dauer der „Besetzung“ ein alternativer Hörsaalbelegungsplan ausgearbeitet und für den Fall, dass ein Ausweichen in anderen Hörsaal nicht möglich ist, wurde zugesichert, dass die Vorlesungen weiterhin in Hörsaal 21 stattfinden können. Währenddessen werden sich die Hörsaalcamper wahrscheinlich in eine Ecke zurückziehen und keinen Laut von sich geben, so dass sich auch niemand gestört fühlt.
Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass eine breite Unterstützung ausbleibt, denn wer es sich zur Hauptmaxime macht, niemanden zu stören, der wird auch nicht viele Leute auf sich aufmerksam machen und noch weniger für seine Sache gewinnen. Nicht anders verhält es sich mit der „Besetzung“ von Hörsaal 21. Wer von dieser Farce überhaupt etwas erfährt, steht ihr meist völlig gleichgültig gegenüber oder hat nur ein mildes Lächeln dafür übrig, einige sprechen sogar von einem „Kaffeeklatsch“. Welch passendere Bezeichnung kann es für diese Veranstaltung geben?
[Bearbeiten] Kommentar der »Kuschelbesetzung«
Um glaubwürdig zu bleiben, nützt es nichts, möglichst radikal den größten Hörsaal einer Universität zu blockieren. Unser primäres Anliegen ist es, einen Platz einzufordern, der ausreichend groß ist, sich zusammenzusetzen um Forderungen zu konkretisieren, Aktionen zu planen und den aktuellen Stand mit den Studenten der BUW und anderen Universitäten zu kommunizieren.
Es drängt sich die Frage auf, ob bei einer kompromisslosen Besetzung dieser Hörsaal für die Studenten der BUW über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stünde. Denn ein geräumter Hörsaal steht niemandem mehr als Forum zu Verfügung.
Von unserer Seite ist es sehr bedauerneswert zu betrachten, dass destruktive Kritik über den Ablauf der „Besetzung“ von Leuten aufkommt, die noch nicht einmal bereit sind, den Hörsaal 21 zu besuchen, um sich an der Diskussion konstruktiv zu beteiligen. Der Erfahrung nach hat es nie einen Nutzen gehabt, möglichst laut und radikal Unfrieden innerhalb der Universität zu schaffen und damit andere Studenten auszuschließen, wie die Reaktion auf die Aktionen im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks seitens der Studentenschaft im Juni 2009 an der BUW belegen.
Aus diesem Grund ist unser Konzept hinter der Hörsaalbesetzung weiterhin auf Kooperation ausgelegt, da wir uns auf diesem Wege erhoffen möglichst viele (auch unpolitische motivierte) Kommilitonen für unsere Forderungen für gerechtere und bessere Studienbedingungen zu gewinnen.
[Bearbeiten] Samstag, 21.11.2009
[Bearbeiten] ZDF Länderspiegel
[Bearbeiten] Freitag, 20.11.2009
[Bearbeiten] Westdeutsche Zeitung: Studenten tragen ihre Forderungen vor
Etwa 250 Studierende der Bergischen Uni fanden sich gestern zusammen, um ihre Forderungen vorzutragen.
Wuppertal. Hörsaal 21 ist besetzt. Wer mit den Räumlichkeiten der Bergischen Universität vertraut ist, wird nun schon eine Schlussfolgerung ziehen können: Viele Studierende werden es nicht sein, die sich in Wuppertal an den aktuellen Studentenprotesten beteiligen, sonst wäre ein großer Saal gewählt worden.
Nur etwa 250 Studierende waren Donnerstagnachmittag versammelt, um ihre Forderungen vorzutragen. Ihre Kommilitonen beklagten derweil, dass damit die „Einleitung und Bibelkunde des Alten Testaments“ ausfalle. Indessen darf man weder von diesem Einwurf noch von der geringen Teilnehmerzahl auf Desinteresse schließen, sondern erhält schon Hinweis auf das eigentliche Problem.
Das deutsche Bildungswesen setzt zunehmend auf Tempo und ganze Serien von Prüfungen, wobei sich Schüler und Studierende nur noch von Termin zu Termin hangeln, ohne den Lernstoff in die Tiefe gehen zu lassen.
Einen Diskussionsraum wollten sich die Studierenden schaffen, als sie am Mittwoch um 19 Uhr Hörsaal 21 besetzten. Bis in die tiefe Nacht feilten sie hernach an der Zusammensetzung von Arbeitsgruppen und der Formulierung von Forderungen. Dazu zählen Mitspracherecht im Hochschulrat, mehr Transparenz bei der Verwendung der Studiengebühren, Qualitätssicherung bei den Bachelor-Studiengängen und eine Anpassung der Lernziele an das, was sich auch realisieren lässt.
Thomas Wagner, der eigentlich die Vorlesung zum Alten Testament hätte halten sollen, setzte hinzu, dass der Bachelor, den die Bergische Uni im Rahmen des Bologna-Prozesses einführen musste, noch längst kein von der Wirtschaft anerkannter Abschluss sei. „Wo wollen Sie denn Arbeit finden mit dem BA?“, gab er zu bedenken. „Ihr Arbeitsmarktwert sinkt, das wird sich eines Tages in Ihrem Gehalt niederschlagen.“
Womit klar ist, dass viele Dozenten der Bergischen Uni die Forderungen der Studierenden in weiten Teilen mittragen. Auch Professor Hans J. Lietzmann bestätigte in Absprache mit Rektor Lambert T. Koch, dass das Rektorat „die Forderungen im Grundsatz unterstützt“. Das Problem beginne bereits an Schulen, wo Rechtschreibung und Grundrechenarten nicht mehr hinreichend vermittelt würden. Das zwinge Studierende und Unis dazu, sich mit Altlasten beschäftigen zu müssen. Nach der Zusammenkunft in Hörsaal 21 reiste eine Wuppertaler Delegation nach Köln, um sich dort den Protesten anzuschließen.
Redaktionen: Junge Union: Zu den Studentenprotesten an verschiedenen deutschen Hochschulen erklärt der Vorsitzende der Jungen Union Wuppertal, Markus Stranzenbach: „Abermals zeigen sich Arroganz und Ignoranz einiger Studenten. Mitnichten repräsentieren sie den Großteil der Studierenden. Dennoch maßen sie sich an, Hörsäle zu besetzen. Somit stören sie empfindlich den ordnungsgemäßen Ablauf der Lehrveranstaltungen der lernwilligen Studenten. Solidarität ist keine Einbahnstraße; protestiert werden sollte dort, wo es niemanden einschränkt.“
Jusos: Daniel Kolle, Vorsitzender der Wuppertaler Jusos, teilte in einer Pressemitteilung mit: "Die Politik muss die Forderungen und Kritik der Schüler und Studierenden ernst nehmen. Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorbei und die Studierenden fordern schlicht ihre Rechte ein." Die Juso-Hochschulgruppe würde sich an den Protesten beteiligen, hieß es weiter. "Die Jusos fordern die Bundesbildungsministerin auf, Geld in die Hand zu nehmen und mit den Ländern in konkrete Verhandlungen über einen Studienpakt für gute Lehre und besseres Studium einzutreten."
[Bearbeiten] Donnerstag, 19.11.2009
[Bearbeiten] WDR Lokalzeit: Studenten besetzen über Nacht Hörsaal an der Wuppertaler Uni
[Bearbeiten] Radio Wuppertal Radio-Beitrag
[Bearbeiten] Radio Wuppertal: Uni-Protest: viel Verständnis außer vom CDU-Nachwuchs
Die Besetzung eines Hörsaals an der Wuppertaler Uni geht weiter - und trifft durchweg auf Zustimmung. Seit gestern Abend halten Studenten den Hörsaal besetzt - sie übernachten auch dort. Allerdings fällt keine Veranstaltung deswegen aus. Die protestierenden Studenten selbst sorgen dafür, dass jedes Seminar und jede Vorlesung stattfinden kann und organisieren Ersatzräume. Offenbar in Unkenntnis der Lage greift die CDU-Jugendorganisation Junge Union die Protestler scharf an. Die JU wirft ihen Ignoranz und Anmaßung vor und behauptet, der "ordnungsgemäße Ablauf von Veranstaltungen lernwilliger Studenten" sei gestört. Der Protest an der Uni richtet sich gegen die Studienbedingungen und -gebühren. Selbst der Uni-Rektor hat Verständnis dafür geäußert.
[Bearbeiten] wupperguide: Studenten besetzen Wuppertaler Uni-Hörsaal
Seit Mittwochabend, 18. November 2009, halten rund 40 Studenten der Bergischen Universität Wuppertal einen Hörsaal besetzt. “Es geht darum sich mit den streikenden Studierenden der anderen Universitäten in ganz Europa zu solidarisieren, den zentralen Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks Nachdruck zu verleihen und für eine gute Lehre an der Universität Wuppertal zu kämpfen”, heißt es zu den Gründen für die Demonstration von Seiten der Besetzer.
Elberfeld. (red) Rund 40 Studenten gingen am Mittwochabend, 18. Dezember 2009, nach der Uni nicht nach Hause. Sie trafen sich, um nach ersten Besprechungen und einer Teilnahme an einer Demonstration des Berufskollegs Kohlstraße an den Tagen zuvor nach demokratischer Abstimmung nun doch einen Hörsaal in der Bergischen Universität Wuppertal zu besetzen.
“Es geht darum sich mit den streikenden Studierenden der anderen Universitäten in ganz Europa zu solidarisieren, den zentralen Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks Nachdruck zu verleihen und für eine gute Lehre an der Universität Wuppertal zu kämpfen”, begründen die Studenten ihre Entscheidung. In zahlreichen anderen Universitäten hatten bereits zuvor Studenten Hörsäle besetzt, um auf ihre Situation nach Reformen der vor einigen Semestern eingeführten Bachelor-Master-Studiengänge und besseren Studienbedingungen aufmerksam zu machen.
Ihren Protest übertragen die Wuppertaler Studenten dabei zeitweise live ins Internet. Mit einem Stream sowie aktuellen Informationen über den Kurznachrichtendienst twitter hielten sie am Mittwochabend Außenstehende auf dem Laufenden und sorgten für “Verstärkung”. Gegen 22.00 Uhr hatte sich nämlich der Sicherheitsdienst der Universität angekündigt und verlauten lassen, die Polizei zu rufen, sollte der Hörsaal nicht geräumt werden. Nach einigen (telefonischen) Verhandlungen konnten die Studenten bleiben und sicherten zu, sich friedlich zu verhalten.
Dass trotz ihrer Besetzung eines Hörsaals keine Veranstaltungen ausfallen, dafür sorgen die Besetzer selbst. In Rücksprache mit den Dozenten wurde bereits ein “Ausweichplan” ausgearbeitet und Vorlesungen in andere Räume verlegt. “Die Dozenten werden gebeten, den Bildungsstreik zu thematisieren und mit uns in einen Dialog treten”, heißt es in einer Mitteilung der Studenten. “In der Zeit, in der der Hörsaal nicht genutzt wird, wird ein Programm mit offenen Plenen und Diskussionen stattfinden.” Das erste offene Plenum im besetzten Hörsaal 21 findet am Donnerstagnachmittag, 19. November 2009, um 16.00 Uhr statt.
Den Dialog suchen wollen die Studenten auch mit der Uni-Leitung sowie Politikern. Wuppertals SPD-Bundestagsabgeordneter Manfred Zöllmer hatte bereits am Mittwoch bekundet, dass die Zeit der Lippenbekenntnisse vorbei sein müsse. “Die Studierenden und die Hochschulen warten auf Lösungen, nicht auf weitere Gipfel oder Runde Tische.” Von: Marcus Müller
[Bearbeiten] Westdeutsche Zeitung: Studenten besetzen Hörsaal der Bergischen Uni
Wuppertal. Im Rahmen der bundesweiten Studierendenproteste haben Studenten der Bergischen Universität in der Nacht auf heute einen Hörsaal besetzt. Zuvor hatten sich nach WZ-Informationen gestern Abend etwa 70 Studenten zu einer Vollversammmlung getroffen. Die war schon einmal am Montag anberaumt worden, damals hatte es keine Mehrheit für eine Hörsaalbesetzung gegeben - gestern Abend schließlich erteilte der Großteil seine Zustimmung.
Die ersten Meldungen dazu gingen kurz darauf über den Online-Nachrichtendienst Twitter. So twitterte ein User: "gerade abstimmung über die grundsätzliche frage der besetzung. sehr große mehrheit dafür".
Ein Student, der namentlich nicht genannt werden möchte, berichtet gegenüber der WZ, dass etwa 20 Studenten letztlich die gesamte Nacht in Hörsaal 21 zugebracht hätten. Zwischenzeitlich habe der Sicherheitsdienst der Universität damit gedroht, die Polizei zu informieren. Schließlich aber sei es den Studierenden von Seiten des Gebäudemanagements gestattet worden, auch noch eine weitere Nacht im Hörsaal zu verbringen, "wenn wir uns anständig benehmen". Das bestätigt auch Uni-Sprecherin Maren Wagner: "So lange alles friedlich und ruhig verläuft, können die Studenten im Hörsaal bleiben."
Die Nacht hätten die Studenten damit zugebracht, in Arbeitsgruppen Ziele zu formulieren. Die Dozenten seien per Email über die Besetzung informiert worden, "wir wollen nicht auf Konfrontation gehen".
Für den heutigen Tag waren mehrere Vorlesungen für Hörsaal 21 geplant. Bis auf eine Vorlesung wurden sie alle in andere Räume verlegt. Um 16 Uhr ist eine weitere Vollversammlung in Hörsaal 21 geplant. Da Ziel der Proteste, so erklärt ein Student, bestünde darin, "die Kommerzialisierung des Bildungswesens zu diskutieren." Speziell solle das Bachelor-Master-System überarbeitet werden. Die Studenten erhofften sich nun ein Gespräch mit der Uni-Leitung. "Dort ist bislang keine Anfrage der Studierenden eingegangen", sagt Uni-Sprecherin Maren Wagner.
[Bearbeiten] Radio Wuppertal: Hörsaal an der Uni besetzt
Auch an der Wuppertaler Uni wird seit gestern ein Hörsaal besetzt. Rund 40 Studenten hatten sich am Abend spontan entschlossen, in dem Hörsaal 21 der Uni zu übernachten. Von den Studenten heißt es, zwar sei der Sicherheitsdienst auf sie aufmerksam geworden. Die Verwaltung der Universität habe dann aber zugesichert, den Hörsaal nicht zu räumen. Allerdings wollen die Studenten auch keine Veranstaltungen stören - die Professoren weichen auf andere Räume aus. Die Studenten wollen auch die kommenden Nächte in dem Hörsaal verbringen. Dazu soll es Kinoabende geben. Außerdem hätten schon Dozenten zugesagt, abends Vorträge in dem besetzten Hörsaal zu halten.
[Bearbeiten] Westdeutsche Zeitung: Uni-Rektor Koch: „Habe Verständis, dass Forderungen gestellt werden“
Wuppertal. An der Bergischen Uni haben in der vergangenen Nacht Studierende einen Hörsaal besetzt, um für bessere Studienbedingungen zu demonstrieren. Heute findet um 16 Uhr eine Vollversammlung in Hörsaal 21 statt. Laut eines Studierenden, der die Nacht in der Uni verbracht hat, ginge es den Protestteilnehmern auch darum, Gespräche mit der Uni-Leitung zu führen. Die WZ hat bei Uni-Rektor Lambert T. Koch nachgefragt. Er sagt: "Bisher haben Sie uns nicht eingeladen, wir haben aber ein höfliches Schreiben an uns geschickt, in dem sie sich den zentralen Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks angeschlossen haben."
Er bekräftigte, dass auch die Uni-Leitung bei den Bacheklor- und Masterstudiengängen einen Verbesserungsbedarf sieht: "Es gibt sicherlich Studiengänge, wo das Prüfungssystem besser organisiert werden kann. Da sind wir dran. Bei den Wirtschaftswissenschaften haben wir zum Beispiel schon einiges verbessert."
Für die Proteste der Studierenden äußert Koch verhaltenes Verständnis, verweist aber darauf, dass an der Uni viel getan wird: "Ich denke, diejenigen denen es um die Sache geht, das kann ich nicht verurteilen. Wir müssen hören was die sagen. Wir investieren erheblich in Um- und Neubauten. Unser neues Hörsaal-Zentrum wird im nächsten Herbst fertig sein." Würde er um 16 Uhr an der Vollversammlung teilnehmen, wenn er denn bisdahin eingeladen würde? Koch: "Ich kann heute um 16 Uhr nicht, das ist keine Frage des Willens, sondern meines Terminplans."
[Bearbeiten] WDR Wuppertal: Nächtliche Hörsaalblockade
Studenten der Bergischen Universität in Wuppertal haben in der Nacht (19.11.09) einen Hörsaal besetzt, um für bessere Lernbedingungen und gegen Studiengebühren zu demonstrieren. Der Wachdienst der Hochschule hatte zwischenzeitlich angedroht das Gebäude von der Polizei räumen zu lassen. Etwa 40 Studenten hatten in den Abendstunden einen Hörsaal am Campus für besetzt erklärt. Da die Universität um 22 Uhr regulär geschlossen wird, hatte der Sicherheitsdienst die Räumung durch die Polizei angedroht. Die Studenten zeigten sich wenig beeindruckt und wollten ausharren. Die per Telefon informierte Universitätsleitung entschied sich schließlich auf eine gewaltsame Auflösung der Blockade zu verzichten. Ein Sprecher erklärte, die Argumente der Studenten seien schließlich nicht von der Hand zu weisen. Die Besetzung des Hörsaals soll heute fortgesetzt werden. Die Organisatoren wollen dabei allerdings den Lehrbetrieb nach Möglichkeit nicht behindern. (Reporter: René Rabenschlag)
